Pektine

Pektin gehört zu den Kernkompetenzen der Herbstreith & Fox Unternehmensgruppe. Im Bereich der Lebensmittelproduktion sind Pektine unter anderem als Geliermittel bekannt. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Einsatz auch zunehmend um den Bereich der Lebensmittelzutaten mit einem ernährungsphysiologischen Zusatznutzen erweitert.

Pektine gehören zur Gruppe der löslichen Ballaststoffe und liegen in den Pflanzenzellen mit Cellulosen, Hemicellulose und Lignin assoziiert vor. In dieser Matrix verleihen sie den Planzenzellen die notwendige Stabilität. In dieser nativen Form bezeichnet man das Pektin als Protopektin. Protopektingehalte sind in Früchten in unreifem Zustand sehr hoch. Mit Einsetzen des Reifungsprozesses werden die Cellulose-Hemicellulose-Protopektin-Komplexe nach und nach geschwächt und das Protopektin wird zum Pektin. Erst in dieser freien unassoziierten Form weist Pektin die bekannten Wirkungsmechanismen auf. Am besten bekannt ist die Gelierung der Pektine.
(Exkurs: Geliermechanismen bei Pektinen)

Ein Gel ist nur in einem eng definierten Milieu stabil. Im Falle von hochveresterten Pektinen reicht bereits ein Anstieg des pH-Werts auf über 5 um das 3-dimensionale Gel wieder abzubbauen.
Vor diesem Hintergrund ist die Aussage: Pektine gelieren im Verdauungstrakt und bilden hier ein stabiles Gel", nicht richtig.

In der Tierernährung werden meist hochveresterte Pektine eingesetzt. Hochveresterte Pektine benötigen definiert hohe Brixgehalte und einen niedrigen pH-Wert um ein stabiles Gel zu bilden. Davon abgesehen, dass im Magen des Nutztiers unter normalen Fütterungsbedingungen kaum eine hochbrixige Lösung existiert, würde ein hier entstehendes Gel im Dünndarm sofort wieder zerstört werden, da hier ein massiver pH-Anstieg von weit über 7 stattfindet.

Gerade bei Durchfallerkrankungen ist die Wirkung von Pektin beim Menschen sehr gut bekannt. Klassische Hausmittel wie der geriebene Apfel gegen Durchfall beruhen auf der Wirkung des Pektins. Durch die mechanische Bearbeitung wird das in den Zellwänden eingelagerte Pektin verfügbar und kann bei unspezifischen Durchfällen zum Abklingen der Beschwerden führen.

Diese förderlichen Effekte auf das Durchfallgeschehen macht man sich auch in der Tierernährung bzw. Behandlung von durchfallerkrankten Tieren zu Nutze. Viele Spezialfuttermittel und Diättränken für Ferkel, Kälber und Haustiere enthalten deshalb Pektin.

Jedoch ist Pektin nicht gleich Pektin

Wie bereits beschrieben liegt natives Pektin in der Frucht vorwiegend als Protopektin vor. Hinzu kommt, dass abhängig vom Ursprungsmaterial (Apfel, Citrus, Zuckerrübe) die Pektineigenschaften sehr unterschiedlich sind. Deshalb reicht es nicht aus, pektinhaltige Einzelfuttermittel in derartigen Fütterungskonzepten einzusetzen.
Nur extrahiertes Pektin ist vollständig bioverfügbar/verdaulich und kann so seine positive Wirkung im Verdauungstrakt entfalten.